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Aufgrund der aktuellen Corona Lage besteht derzeit auch während der Gottesdienste die Pflicht eine Mund-Nase Bedeckung zu tragen!
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Der Umbau des Gemeindehauses DBH zur dreigruppigen Kindertagesstätte hat sich wegen Corona und anderer Umstände bei der Genehmigung leider sehr verzögert. Wir rechnen nicht mit einer Inbetriebnahme vor August 2021.
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Der nächste Gemeindebrief ist in Vorbereitung und erscheint am 28.10.- aktuelle Informationen und die aktuelle Sonntagspredigt gibt es aber jederzeit hier im Netz und in analoger Form (als Kopie) im Format: „Predigt zum Mitnehmen!“ Dazu sind grün-blaue Holzkisten an den Kirchen bereitgestellt. Und dann gibt es natürlich noch die Schaukästen …
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In mehreren Straßen auf unserem Gemeindegebiet fehlt es derzeit an Gemeindebrief- Austräger*innen. Hier brauchen wir dringend Ihre Mithilfe! Näheres dazu unter: GEMEINDEBRIEF. (Der Aufruf steht direkt unter der Online- Version)
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Auch wenn es vllt. nicht mehr so hochaktuell ist, aber diese Telefonnummer halten wir einfach mal oben auf dem Ticker: 0800 938 0000 … (- das ist das Hilfe-Telefon der Aktion: Gemeinsam gegen Corona- s. Aktuelles/ Neueste Informationen vom 23.03.) – Einkaufslisten anbei

Predigt zum 18.Oktober 2020 / 19. So.n. Trinitatis

Gnade sei mit Euch und Friede, von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus, Amen!

Predigttext Epheser 4, 22-32

Legt also eure frühere Lebensweise ab! Ja, legt den ganzen alten Menschen ab, der seinen Begierden folgt! Die betrügen ihn nur und führen ihn ins Verderben. Lasst euch in eurem Denken erneuern durch den Geist, der euch geschenkt ist. Zieht den neuen Menschen an, den Gott nach seinem Bild geschaffen hat und der gerecht und heilig lebt aus der Wahrheit Gottes, an der nichts trügerisch ist. Legt das Lügen ab und sagt zueinander die Wahrheit; denn wir alle sind Glieder am Leib von Christus. Versündigt euch nicht, wenn ihr in Zorn geratet! Versöhnt euch wieder und lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebt dem Versucher keine Chance! Wer vom Diebstahl gelebt hat, muss jetzt damit aufhören. Er soll seinen Lebensunterhalt durch eigene Arbeit verdienen und zusehen, dass er auch noch etwas für die Armen übrighat. Lasst ja kein giftiges Wort über eure Lippen kommen! Seht lieber zu, dass ihr für die anderen, wo es nötig ist, ein gutes Wort habt, das weiterhilft und denen wohltut, die es hören. Beleidigt nicht durch euer Verhalten den Heiligen Geist! Er ist wie ein Siegel, das Gott euch aufgedrückt hat, und er verbürgt euch die endgültige Erlösung. Weg also mit aller Verbitterung, mit Aufbrausen, Zorn und jeder Art von Beleidigung! Schreit einander nicht an! Legt jede feindselige Gesinnung ab! Seid freundlich und hilfsbereit zueinander und vergebt euch gegenseitig, was ihr einander angetan habt, so wie Gott euch durch Christus vergeben hat, was ihr ihm angetan habt.

 

Liebe Gemeinde,

 

heute ist ihr Tag: die beiden Kinder, die getauft werden sollen, haben sich schön gemacht. Sie sind 6 und 8 Jahre alt und haben für den Tag ihrer Tauffeier neue Kleider bekommen. Stolz begrüßen sie mich in der Kirche- man merkt ihnen ihre Aufregung und Vorfreude an.

 

Das Mädchen, 8 Jahre alt, trägt ein Kleid mit Rüschen und glänzenden Lackschuhen, der Junge eine feine Hose und ein Hemd mit Krawatte, wie der Papa. Neben ihnen die Eltern und Paten, die sich ebenso fein gemacht haben für den heutigen Tag. Der Gottesdienst kann beginnen!

 

Ich frage mich: wie sehen die beiden Täuflinge wohl am Abend aus? Sind die neuen Sachen noch sauber? Wahrscheinlich nicht. Hoffentlich sind die Eltern großzügig und schimpfen nicht über die Flecken, die beim Spielen im Garten nach dem Mittagessen auf die neuen Anziehsachen gekommen sind.

 

Damals in der frühen Christenheit gab es im Gegensatz zu heute vermutlich nur selten die Kinder- oder gar Säuglingstaufe. Getauft wurden meistens Erwachsene. Wer ins Taufwasser stieg, an einem See oder Fluss, der wollte ganz bewusst den „alten“ Menschen ablegen und legte dann erst einmal die Kleider ab, die er anhatte. Dann wurde er ganz unter das Wasser getaucht und nach der Taufe bekam er ein neues weißes Kleid, als Zeichen für das, was Gott an ihm in der Taufe getan hat, als Zeichen für das neue Leben als neuer Mensch, das nun beginnen konnte.

 

„Zieht den neuen Menschen an, den Gott nach seinem Bild geschaffen hat und der gerecht und heilig lebt aus der Wahrheit Gottes.“

Geht das denn so einfach? Das alte ablegen und jemand neues werden? So wie die Kleider der Kinder am Abend ihrer Taufe bestimmt nicht wie neu aussehen, so ist es doch mit uns Menschen auch: unsere Taufe liegt lange zurück. Der Glanz der Taufe ist weg.

 

Manchmal frage ich mich: Habe ich den neuen Menschen überhaupt an? Ist er in mir drin? Warum fällt es uns trotz Taufe so schwer, im Sinne Jesu Christi zu leben? Paulus nennt im Epheserbrief viele Beispiele, die wir alle von uns selber kennen: Lügen, Zorn, Verbitterung, Beleidigungen….

 

So schnell wie das neue weiße Taufkleid die ersten Flecken bekommen hat, hat man sich befleckt mit allzu menschlichen Fehlern. Aber was machen wir mit dem inneren Menschen, der beflecket und schmutzig geworden ist?

 

Luther hat dazu gesagt: Darum soll ein jeglicher die Taufe halten als sein tägliches Kleid, darin er immer dar gehen soll, dass er sich allezeit in dem Glauben und seinen Früchten finden lasse, dass er den alten Menschen ausziehe und im neuen erwachse.

 

Es geht also nicht um das schöne einmalige Taufkleid, sondern um unsere Alltagskleidung, um das, was täglich benutzt und abends in die Waschmaschine geworfen wird… den alten Adam täglich ersäufen, so nennt das Luther und er meint, dass die Taufe eine lebenslange Aufgabe ist, die nie aufhört, der wir uns täglich bewusst werden müssen.

 

Also, so wie wir uns jeden morgen neu überlegen müssen, was wir anziehen, welcher Anlass oder welche Arbeit heute ansteht, so können wir doch täglich jeden Morgen Christus neu anziehen, indem wir uns seiner Liebe und Freundlichkeit bewusst werden und versuchen, unseren  Nächsten auch freundlich und liebevoll zu begegnen und mich selbst täglich neu hinterfrage mit meinem Verhalten: ist es im Sinne Gottes, was hier tue oder sage?

 

Dass ich Christus an mir trage, kann in meinem Verhalten sichtbar werden.  Und für alles, was schiefläuft, Gott um Vergebung bitten und auf seine Gnade vertrauen.

 

Zum Glück müssen wir das alles nicht alleine schaffen, zum Glück dürfen wir scheitern, uns schmutzig machen.

Der Kleiderwechsel ist also auch die Sache Gottes: Er gibt uns das neue Kleid. Er macht aus uns den neuen Menschen. Aber zum anderen ist der Kleiderwechsel Sache des Menschen. Er geschieht nicht automatisch, auch nicht automatisch durch die Taufe. Der Mensch muss sich für den Kleiderwechsel entscheiden, besser: der Mensch muss sich für Gott entscheiden, der dann Kleiderwechsel vornimmt.

 

Die Taufe ist und bleibt eine tägliche Herausforderung. Ich bin getauft, hat Luther dann in seinen Anfechtungen auf den Schreibtisch geschrieben. Ich bin getauft! Ich bin von Gott neu geschaffen, ich habe Christus angezogen!

 

Ja, spricht Gott: Du gehörst zu mir. Darauf darf ich vertrauen. Jeden Morgen neu.

Amen

 

Gott behüte Sie und euch!

Ihre Christiane Wilms, Pfarrerin

 

 

Fürbittengebet:

 

Guter Gott,

wir danken dir, dass du diese Welt so wunderbar gemacht hast.

Wir danken dir für alles, was uns Kraft gibt und heilt und stärkt.

Wir danken dir für unsere Taufe, die uns täglich neu zuspricht, dass wir zu dir gehören und du uns liebst, so wie wir sind.

 

Stärke unseren Glauben an das Gute.

Richte unsere Blicke auf das, was im Leben gelingt,

auf das, was uns und andere weiterbringt,

auf das, was diese Welt menschlicher, gerechter und friedlicher macht.

 

Und gib uns die Kraft, uns für das Gute einzusetzen.

Stärke unseren Glauben an die Zukunft,

richte unsere Blicke auf das, was wir füreinander tun können,

auf das, was wir zum Leben wirklich brauchen

und gib uns die Kraft, der Zukunft durch unser Denken, Reden und Handeln Gestalt zu geben.

 

Stärke unseren Glauben an dich.

Amen

 

 

 

Die nächsten Präsenz- Gottesdienste finden (derzeit mit Maskenpflicht) statt:

*25.10 / 10.00 Uhr/ Christuskirche / Begrüßung der neuen Konfirmand*innen/ Pfrin. A. Lizier

*31.10. Reformationsgottesdienst/ 17.00 Uhr (!) / Christuskirche/ Pfr-Ehepaar C+H Wilms

*01.11 :

Holten 11.30 Uhr / Pfr. Th. Fidelak

Friedenskirche 10.00 Uhr / Pfr. Th. Fidelak

 

 

 

P.S. … die Kopien der Predigten zum Mitnehmen liegen jetzt spätestens ab Dienstag in den Kästen an den Kirchen  bereit