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Wichtige Info für Kindergarteneltern: Land gibt den Regelbetrieb zum 17. 08. wieder frei– der ganze Brief ist einsehbar unter: Aktuelles / Neueste Informationen
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Beschluss des Presbyteriums vom 12.05. : Derzeit wird es keinen neuen Gemeindebrief geben. Aktuelle Informationen gibt es aber jederzeit über: diese Hompepage/ die Schaukästen/ die „Predigt zum Mitnehmen“ ( kopierte Sonntagspredigt mit angehängtem Info-Blatt) und die Abkündigungen im Gottesdienst … lesen Sie mehr unter: Aktuelles/ Neueste Informationen
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Aktuelle Informationen und die Sonntagspredigt gibt es auch weiterhin immer freitags neu als Kopie im Format: „Predigt zum Mitnehmen!“ Dazu werden grün-blaue Holzkisten täglich von 8.00-18.00 Uhr an den Kirchen bereitgestellt.
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Die Bethel Altkleidersammlung findet vom 14.-18. September statt ( Näheres siehe unter: Partnerschaften und Kooperationen)
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Diese Telefonnummer sollten Sie sich vllt. merken: 0800 938 0000 … (- das ist das Hilfe-Telefon der Aktion: Gemeinsam gegen Corona- s. Aktuelles/ Neueste Informationen vom 23.03.) – Einkaufslisten anbei

Predigt zum 09. August 2020 – 9. Sonntag nach Trinitatis

Liebe Gemeinde,

„ich habe meine Berufung gefunden!“  Wie klingt das in unseren Ohren?

Die eigene Berufung zu finden, scheint eine Sehnsucht vieler Menschen zu sein.

In diesen Tagen beginnen viele junge Menschen ihre Ausbildung, dieses Jahr unter erschwerten Bedingungen. Und viele Lehrstellen sind noch offen, aber viele Jugendliche suchen auch noch ihren Traumberuf, ihre Traumberufung.

 

(Bild: pixabay)

 

 

Berufung und Beruf haben viel Gemeinsames.

Der Beruf ist etwas ganz Wichtiges für einen Menschen. Schon deswegen, weil er einen guten Teil seines Lebens ausfüllt. Zumindest vierzig Jahre lang, bei manchem auch länger.

Acht Stunden am Tag, oft auch mehr. Darum ist es auch so wichtig, den richtigen Beruf, die richtige Ausbildung zu finden.

 

In der Schullaufbahn wird heute versucht, der Berufung, der Begabung der jungen Menschen nachzuspüren und ihre besonderen Kompetenzen zu finden.

Wer z.B. gerne der Frage von Recht und Gerechtigkeit nachgeht, um die Ecke denken kann und sprachlich brillant ist, eignet sich womöglich zur Juristin.

 

Wer Menschen gerne hilft, sich vor Not und Blut nicht scheut, ist in der Pflege gut aufgehoben oder im Rettungsdienst.

 

Es gibt Menschen mit einem sicheren Gefühl für Landschaft und Gärten. Wind und Wetter nehmen sie hin, Pflanzen sind ihre große Liebe. Neigung, Interesse, Begabung, Berufung.

 

Es ist das Interesse an bestimmten Dingen. Auch das innere Wissen: Das ist es. Das und nichts anders, womit ich mich beschäftigen, in das ich mich vertiefen und mein Talent einbringen will.

Die eigene Berufung zu finden, ist etwas sehr Schönes und Wertvolles. Berufung – das klingt nach: Ich weiß, was ich will! Ich finde meine Berufung, das heißt: Ich komme zu mir, zum Eigentlichen, zu dem, was mich ausmacht. Ich werde stimmig.

 

Wie anders geht es dem Propheten Jeremia, der zu seiner Berufung kommt, obwohl er sie nie gesucht hat. Im Rückblick auf sein Leben erzählt das Prophetenbuch vom Anfang der Geschichte Jeremias mit Gott:

 

Jeremia 1, 4-10:

Und des HERRN Wort geschah zu mir:  Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker. Ich aber sprach: Ach, Herr Herr, ich tauge nicht zu predigen; denn ich bin zu jung. 

Der HERR sprach aber zu mir: Sage nicht: »Ich bin zu jung«, sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete. Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der HERR. Und der HERR streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an und sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund. Siehe, ich setze dich heute über Völker und Königreiche, dass du ausreißen und einreißen, zerstören und verderben sollst und bauen und pflanzen.

 

Jeremia wird um 650 v.Chr. geboren und ist etwa 20 Jahre alt, als der Ruf zum Propheten an ihn ergeht. Er ist der Sohn des Priesters Hilkija aus Anatot bei Jerusalem. Da bekommt er von Gott diesen Auftrag.

 

Gottes Wort überwältigt ihn- so kann man sagen. Er reißt ihn heraus und sondern ihn ab zum Propheten über Völker und Königreiche. Den Auftrag ablehnen, keine Chance. Gott lässt ihn nicht los. Trotzdem versucht er es mit Argumenten gegen die Berufung: ich bin zu jung- ich habe keine Erfahrung- ich kann das gar nicht- wer sollte schon auf mich hören? Wer könnte Jeremia solche Ausreden verdenken?

 

Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht Gott.

Jeremia hat diesen Zuspruch Gottes bitter nötig. Jeremia wird Zeitzeuge zweier großer geschichtlicher Ereignisse: er erlebt den Untergang der Großmacht Assyrien sowie die Eroberung und Zerstörung Jerusalems. 45 Jahre wird er in Gottes Auftrag sprechen. Immer wieder vergebens. Er muss viele Niederlagen und Demütigen hinnehmen, will immer wieder Gott seinen Auftrag vor die Füße werfen, aber er kommt nicht von ihm los.

 

Das war die Berufung Jeremias und seine prophetische Gabe: Er hat seiner Zeit einen Spiegel vorgehalten, Notstände aufgedeckt und ausgesprochen. Die Gebote Gottes im Gedächtnis, war es seine Gabe, Dinge zu durchschauen und die Zeichen der Zeit zu deuten- Taten und Folgen, Fakten und Zusammenhänge.

 

Wozu kann der Prophet Jeremia uns selbst, unsere Gemeinschaft, unsere Kirche heute ermutigen und herausfordern? Für mich gehört heute zum prophetischen Amt der Kirche, zu unserem gemeinsamen Auftrag und unserer Berufung, dass wir tiefer schauen:  tief in unsere Gesellschaft und auch Weltgesellschaft hinein. Dass wir wagen, die Zeichen der Zeit im Licht der biblischen Botschaft zu deuten und entsprechende Konsequenzen zu ziehen- in unseren Predigten und vor allem in und mit unserem alltäglichen Leben.

 

Ihrer Berufung folgt die Kirche dann, wenn sie es wagt, sich zu unterscheiden und den gesellschaftlichen Bedingungen als Alternative gegenüberzutreten. Wenn sie erkennt, wie Solidarität mit den Armen, das Engagement für Gerechtigkeit in der Welt, der Einsatz für die Bewahrung der Schöpfung zusammengehören.

 

Manchmal wird man aber auch hineingeworfen in die Realität und muss unter schwierigen Umständen versuchen, dem Beruf standzuhalten.

Ich denke an die vielen Menschen, die in diesen Coronazeiten besonderen Gefahren ausgesetzt sind und die man mehr als sonst in den Blick genommen hat: die Ärztinnen und Ärzte, Schwestern und Pfleger, Menschen, die den kranken und ansteckenden Patienten ganz nah ausgesetzt waren und sind. Berufsgruppen, die sich an der Kasse, im öffentlichen Verkehrsmittel, das sie befördern, der Nähe zu den Menschen nicht entziehen konnten- sie haben in den letzten Monaten weltweit oft bis an den Rand ihrer Kräfte gearbeitet und gespürt, wie nah sie an ihrer Berufung sind und was das auch bedeuten kann. Vielleicht haben wir anderen dann einmal neu gemerkt, wie dankbar wir sein können, wenn Menschen in bestimmten Berufsgruppen sich für uns einsetzen und nicht nach ihrem eigenen Wohlergehen fragen.

 

Wo ist unsere Berufung?

Wo fühlen wir uns ermutigt, unser Talent, unsere Begabung einzubringen und damit Gott zu dienen? Ich glaube, jede und jeder von uns hat seinen eigenen Auftrag von Gott bekommen, mit dem er oder sie sich einsetzen kann für diese unsere Welt.

 

Berufung- das heißt nur selten Berufung zum Propheten.

Berufung ist in der Regel eine Nummer kleiner, ist für Christinnen und Christen aber immer Berufung zur Nachfolge.

Sie meint mich, sie meint uns alle.

Und es gilt, was ich in der Berufung des Jeremia erkennen kann: Gott sieht Talente in mir, in Ihnen, in uns allen- von denen wir vielleicht nichts ahnen.

 

Ich möchte Gottes Menschenkenntnis vertrauen; und seiner Zusage, dass er mich/uns begleiten wird, wie immer mein/unser Weg aussehen wird. Vielleicht gehen wir ja längst schon auf dem Weg. Dann möchte ich mich stärken lassen von Gottes Wort: „Fürchte dich nicht“! Amen

 

Gott behüte Sie und euch!

 

Ihre/ eure

Christiane Wilms / Pfarrerin

 

 

Fürbittengebet:

 Gott, dich bitten wir:

Lass die Menschen immer mehr auf dein Wort hören.

Auf dein Wort des Friedens,

sodass die Waffen schweigen mögen.

Auf dein Wort der Liebe,

sodass geballte Fäuste zu Händen werden,

die wir einander reichen.

Auf dein Wort der Achtsamkeit,

sodass Nächstenliebe ehrlich praktiziert wird.

Auf dein Wort der Gerechtigkeit,

sodass Menschen einander fair behandeln.

Auf dein Wort des Glaubens,

sodass das Vertrauen in dich zunimmt.

Auf dein Wort der Barmherzigkeit,

sodass sich Herzen und Türen öffnen.

Auf dein Wort des Lebens,

sodass der Tod nicht das letzte Wort behält.

So lass uns immer mehr auf dein Wort hören, Gott.

Amen

*    *    *

 

In unserer Gemeinde ist zurzeit ein „Büchertaxi“ eingerichtet worden!

Gebrauchte Bücher mit neuem Lesestoff bringt Ihnen unser Gemeindebus zu Hause vorbei. Bei Interesse bitte melden bei: Jugendleiterin Sylke Kruse

Telefon: 02041 / 25776

*   *   *

 

DIE NÄCHSTEN (Präsenz-) GOTTESDIENSTE finden statt:

 

16.08. / 10.00 Uhr / Christuskirche- Pfr. H. Wilms

23.08 KONFIRMATION in allen Kirchen /

Pfr’in A. Lizier+Pfr’in C. Wilms+Pfr. H. Wilms

30.08. / 10.00 Uhr / Friedenskirche- Pfr. Th. Fidelak

 

Bitte beachten Sie dazu die bestehenden Verhaltensregeln und Vorsichtsmaßnahmen!